Cuba Rundreise mit Kleinkind

„Hasta La Victoria Siempre“
Januar 2017

Vorbereitung

Wir haben uns entschlossen die Rundreise nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln sondern mit dem Mietwagen zu begehen. Man ist flexibler in der Reiseroute und dem Reisetempo (Fahrpläne sind somit unwichtig), man hat ein eigenes Transportmittel falls doch mal was wäre und man hat mit Kleinkind doch mehr Gebäck dabei als ohne. Letzteres kann einfach im Auto verbleiben und muss nicht immer in diverse Busse aus- und eingeladen werden. Auch kann man sich einen kleinen Vorrat an z.B. Windeln, Trinkwasser, usw. im Kofferraum zulegen, da man bei weitem nicht alles überall bekommt und gut sortierte Supermärkte nicht so häufig vorkommen wie man es von Daheim gewohnt ist. Daher haben wir von Deutschland aus unser Auto bei Cubacar gemietet, die kleinste Kategorie reicht für zwei Erwachsene und eine Kind völlig aus. Wie wir mitbekommen haben, kann man sich für eine komplette Rundreise auch mit einem Taxifahrer absprechen und einen Gesamtpreis aushandeln. Dieser fährt einen dann immer von A nach B nach C. Da unser spanisch aber nicht so gut war, haben wir diesen Weg nicht gewählt. Zudem wäre in den meisten Oldtimer-Taxis auch nichts mit Kindersitz gewesen und da ist uns die Sicherheit doch sehr wichtig.

Tipp: Das Auto sollte rechtzeitig angemietet werden, da deren Anzahl begrenzt und besonders zur Hochsaison rar ist. Einen Kindersitz haben wir von Deutschland aus mitgenommen, da über die Mietwagenfirma keiner zu bekommen war. Dieser zählt im Flugzeug auch nicht als extra Gepäckstück, daher auch kein Problem hinsichtlich Übergewicht. Zwei Gepäckstücke sind für das Kind sowieso frei, wie z.B. Kindersitz und Kinderwagen. Die Kubaner kennen teilweise gar keine Kindersitze, geschweige denn Anschnallgurte. Obwohl es in vielen Reiseführern steht, ist es aber doch so, dass die Kubaner fast bis gar kein Englisch sprechen. Ein paar wichtige Sätze und Wörter sollte man sich daher aneignen. Im Flugzeug ist ja auch noch Zeit zum lernen :).

Rundtour

Unser Roadtrip in 3 Wochen: Varadero – Playa Jibacoa – Havanna – Vinales – Cayo Jutias – Playa Larga (Schweinebucht) – Cueba de los Peces – Playa Giron – Trinidad – Moron – Cayo Coco – Cayo Guillermo – Varadero

Versorgung

Man liest oder hört ja immer wieder, dass in Cuba die Supermärkte leergeräumt sind. Dies können wir nicht bestätigen, aber natürlich gibt es von den Produkten nicht die Auswahl wie in Deutschland, z.B. gibt es nur eine Sorte Joghurt oder eine Sorte Wurst. Man muss daher mehrere Stellen anlaufen um alles zu bekommen, wie z.B. den Bäcker und den Metzger, da es nicht diese komplexen Läden wie wir sie kennen gibt. Sondern es sind eher kleinere Tante-Emma-Läden. Tankstellen sind ausreichend über das Straßennetz verteilt, man muss also nicht an jeder tanken an der man vorbei kommt. Jedoch sind Tankstellen-Shops nicht existent, bzw. nur mit heimischem Rum ausgestattet.

Tipp: Es gibt auch Windeln auf Cuba, ihr müsst also nicht euren halben Rucksack mit Windeln voll stopfen. Es kann nur sein, dass eure Windelgröße mal aus ist. Wir benötigten zu der Zeit Windelgröße 4 und haben diese auch immer bekommen. Und in jedem Laden, in dem wir waren, gab es auch immer Babyprodukte zu kaufen.

Unterkünfte

In Cuba muss man die Unterkünfte nicht zwangsweise vorbuchen, wir waren im Januar und haben nie Probleme gehabt etwas zu finden. Zudem sind die Unterkünfte die man im Internet von Deutschland aus vorbuchen kann meist recht teuer. Die Kubaner haben ein ziemlich tolles System, jeder Privatmann der ein Zimmer oder eine Wohnung vermietet, hat dies nach außen hin auch gekennzeichnet. Man erkennt es daran, dass ein blauer Anker auf weißem Grund an der Hausfassade angebracht ist. Zudem sind die Casa-Besitzer sehr hilfsbereit, wenn man ihnen erzählt wo es als nächstes hingeht, dann telefonieren sie dortige Casa’s durch ob ein entsprechendes Zimmer frei ist.

Essen

Das Essen auf Cuba ist sehr einfach und oft auch nicht sonderlich abwechslungsreich. Meist gibt es Reis, Bohnensuppe/-brei Fleisch oder Fisch und Bananenchips. Aber unser 16 Monate alter Sohn mochte das Essen.

Tipp: Die Casa-Besitzer bieten oft auch Frühstück und Abendessen an. Fragt einfach nach, wir haben dadurch schöne Abende bei unterschiedlichsten Leuten verbracht und sie haben sich immer sehr viel Mühe gemacht damit alles perfekt ist. Ansonsten geht in ein Paladar, dies sind „private Restaurants“, meist in normalen Wohnhäusern. Deren Besitzer kochen für ihre 10 oder mehr Gäste Essen in ihren privaten Räumen. Man bekommt zwar immer eine Speisekarte gereicht auf der unterschiedlichste Gerichte stehen, aber fast immer gibt es die meisten Sachen nicht – typisch cubanisch eben. Das Essen war aber immer sehr lecker!

Fazit

Cuba mit Kleinkind ist optimal! Die Kubaner sind absolut kinderfreundlich und sehr hilfsbereit. Die Fahrzeiten zwischen den einzelnen Stationen sind nicht zu lange (wenn man die großen, etwas besser ausgebauten Straßen nutzt) und auch mit dem Kinderbuggy sind die meisten Altstädte machbar. Die Innenstadt von Trinidad war jedoch grenzwärtig. Das Essen ist gut für die Kleinen, da es weder scharf noch zu exotisch ist. Außerdem gibt es auch immer reichlich frisches Obst wie z.B. Bananen. Wer Individualreisen liebt, kann dies mit einem Kleinkind auf alle Fälle in Cuba sehr gut tun, wir hatten richtig Spaß.

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